Kolloquium am Geographischen Institut

230_stadt_paris.jpg 230_acker.jpg

 

Jeweils Montags 16:15-17:45 Uhr im Hörsaal Geographie, LMS 12 R.9

29.10.2018

Dr. Erwin van Tuijl, HafenCity Universität Hamburg
Geography of knowledge souring and innovation and the Platform Economy: Towards a research agenda

This study contributes to the debate on the geography of knowledge sourcing, innovation and learning by linking this literature with that on the Platform Economy that has been studied in Business Studies and Economics in particular. We firstly provide a brief overview of the literature on the geography of innovation, by detailing various organisational configurations in which knowledge sourcing occurs, and we introduce digital platforms as a new configuration. Secondly, we provide the major characteristics of digital platforms and discuss the major research themes and debates in the Platform Economy literature. Finally, we combine both literatures and provide avenues for future research, focussing on the role of digital platforms in the geography of knowledge sourcing.p>

14.1.2019 Kieler Geographen

Dr. Animesh Gain
Understanding social-ecological interdepencies of coastal zones in Bangladesh

Sinja Dittmann
Projekt KUR: Ein Bildungsprojekt zur Klimaanpassung in urbanen Räumen am Beispiel der Stadt Kiel

Philipp Saggau
Wenn der Acker verschwindet - Erfassung und Prognosemöglichkeiten von Wassererosionh

 

Vortragsreihe „Umweltgerechtigkeit"

12.11.2018

Dr. Robert Hafner, Universität Innsbruck
Environmental justice revisited. Oder: Was man tut, wenn sich gar nichts tut.

claims-making ist dabei der Dreh- und Angelpunkt. Allerdings können Situationen der Ungerechtigkeit auch ohne offenen Konflikt auftreten. Diese fallen jedoch meist durch das Raster der klassischen (aus dem Globalen Norden geprägten) Umweltgerechtigkeitsforschung und werden nicht berücksichtigt.

Dieser Vortrag soll anhand des empirischen Beispiels des Soja-Agrobusiness in NW Argentinien aufzeigen, wie klassische Konzepte die Entwicklungen an der Soja-Frontier bewerten und welche erweiternden Erkenntnisse mithilfe des Environmental Justice Incommensurabilities Frameworks gewonnen werden können. Denkstile lokaler Akteur_innen zu regionalen Veränderungen, Effekten und Konfliktpotentialen in Bezug auf das Soja-Agrobusiness werden gegenübergestellt. Hier kommen insbesondere viskerale Elemente und Jazz Methodologie zum Einsatz, um eine holistischere Form multisensorischer Erkenntnisgewinnung zu ermöglichen. Dabei zeigt sich, dass sehr wohl Konfliktpotentiale vorhanden sind, diese jedoch in Raum und Zeit kontextsensibel einzubetten sind.

19.11.2018

Prof. Dr. Michael Flitner, Universität Bremen
Umweltgerechtigkeit – ein einfacher Plan?

Die naheliegende Vorstellung von „Umweltgerechtigkeit“ (UG) besagt, dass bestimmte positive oder negative Umweltgüter ungleichmäßig im Raum verteilt sind und damit auch unterschiedliche Menschen oder Gruppen von Menschen auf verschiedene Weise begünstigen oder schädigen. Es geht dann für die Forschung zunächst einmal darum, die räumliche Verteilung und die Betroffenheit bestimmter Gruppen quantitativ zu ermitteln. Entsprechend werden repräsentative Studien zur Lärm- oder Feinstaubbelastung und dergleichen durchgeführt. Sie lassen sich auch auf den Zugang zu Grünanlagen oder “Ökosystemleistungen” (ecosystem services) ausdehnen.

Ein anderer Strang der Forschung bemüht sich, die Gründe zu ermitteln, die zu den beobachteten Diskriminierungen führen. Dabei wird deutlich, dass UG kein reines Verteilungsproblem ist. Vielmehr geht es oft auch um prozedurale Fragen sowie grundlegende Themen gesellschaftlichen Anerkennung und Sichtbarkeit. Der Vortrag diskutiert dies an konkreten Beispielen. Daraus ergeben sich weitergehende Fragen: Ist einfach jede Ungleichheit im Raum “ungerecht”, und wenn ja, woher kommen die vielfältigen umweltbezogenen Ungleichheiten eigentlich? Die These hier lautet, dass sie in den sozialen Verhältnissen selbst angelegt sind, insbesondere in den Verhältnissen des Eigentums. Damit erweist sich die verbreitete Auffassung von UG als Feld konsensueller Politik und Planung “zur Verringerung sozialer Ungleichheiten” als ein zu einfacher – und zu braver – Plan.

21.1.2019

Prof. Dr. Marc Redepenning, Universität Bamberg
Geographien raumbezogener Gerechtigkeit. Konturen eines aktuellen Themas

Fragen der Gerechtigkeit sind in den letzten Jahren, zeitgleich mit dem wachsenden Bewusstsein der gesellschaftlichen Konsequenzen neuer sozialer Ungleichheiten, wieder verstärkt in das öffentliche Bewusstsein gerückt. Die Fragen berühren dabei auch Perspektiven der Geographie, denn soziale Ungleichheiten erzeugen oft auch räumliche Ungleichheiten. Politisch wird das Thema der Gerechtigkeit unter den Begriffen der gleichwertigen Lebensverhältnisse und der Daseinsvorsorge verhandelt, um die räumliche Dimension zu betonen.
Nicht selten wird dabei allein über Fragen der Verteilung von sozial erwünschten Gütern (Schulen, Bildung, Einrichtungen der Nahversorgung etc.) gestritten. Damit aber wird man der Vielfältigkeit und Komplexität dessen, was Gerechtigkeit, auch in einem räumlichen Sinne, ausmachen kann, nicht gerecht. Der Vortrag versucht daher, zunächst für die Vielfältigkeit und unterschiedlichen Konzeptionen von Gerechtigkeit zu sensibilisieren und ferner zu fragen, wie und in welchen Formen Raum als genuines geographisches Forschungsobjekt dabei eine Rolle spielt. Dazu werden Beispiele aus zahlreichen gesellschaftlichen Arenen genutzt.